An der Grenze des Machbaren

Temperaturen bis 300 °C

Gerade für solche Bauteile hat WACKER neue Festsiliconkautschuktypen auf den Markt gebracht, die besonders synergistisch mit Hitzestabilisatoren wechselwirken und daher Vulkanisate von außerordentlich hoher Hitzebeständigkeit liefern. Diese peroxidisch vernetzenden Silicone sind unter dem Namen ELASTOSIL® R 756 erhältlich und halten selbst über längere Zeitspannen Temperaturen von 250 Grad Celsius und mittelfristig Temperaturen von 300 Grad stand. Auch nach langer Temperaturbelastung haben ihre Vulkanisate noch ein gutes Rückstellvermögen. Ihr Druckverformungsrest, der ein Maß für das Rückstellvermögen darstellt, bleibt niedrig genug, um beispielsweise als elastische Dichtung wirken zu können.

Elastische Dichtung

Ein gutes Rückstellvermögen nach hoher Temperaturbelastung ist deshalb auch die Voraussetzung, damit Siliconelastomere in den Türdichtungen von selbstreinigenden Backöfen zum Einsatz kommen können. Solche Küchengeräte reinigen sich auf Knopfdruck selbstständig durch eine Pyrolyse – darunter versteht man den chemischen Abbau von organischen Substanzen durch Erhitzen ohne zusätzliche Luftzufuhr. Während des Selbstreinigungsprogramms wird der Backraum eine bestimmte Zeit lang auf etwa 500 Grad Celsius erhitzt. Bei diesen Temperaturen verschwelen Fettspritzer, herabgetropfte Braten- oder Obstsäfte und übergelaufene Speisereste. Zurück bleibt ein pulvriger Belag aus Kohlenstoff und Asche, der sich ohne große Mühen aus dem Backofen auskehren oder -wischen lässt. Das lästige Putzen bleibt dem Verbraucher erspart.

Das Produkt

ELASTOSIL® R 756
Das peroxidisch vernetzende Festsilicon ist außergewöhnlich hitzebeständig. Mit Stabilisator verkraftet das Vulkanisat Temperaturen von 250 Grad Celsius selbst über längere Zeitspannen und mittelfristig Temperaturen von 300 Grad.

Heißer Spalt

Trotz aufwändiger Konstruktion der Backofentür erhitzt sich die Profildichtung, die den Spalt zwischen dem Garraum des Backofens und der Ofentür abdichtet, während der Pyrolyse an einigen Stellen auf bis zu 300 Grad Celsius – für herkömmliche Silicondichtungen ist das zu heiß. Daher verwenden die Backofenhersteller bislang meist eine schlauchförmige Dichtung aus gewebter Glasseide, die im Innern mit einem Drahtgeflecht verstärkt ist. Das Drahtgeflecht verleiht der Dichtung das notwendige Rückstellvermögen.

Zwar verkraften die Materialien Glasseide und Draht prinzipiell die während der Pyrolyse auftretenden Temperaturen, dennoch altern die Glasseidendichtungen im Gebrauch recht schnell: Das Drahtgeflecht leiert durch das wiederholte Öffnen und Schließen der Backofentür allmählich aus und verliert dadurch seine stützende Wirkung. Das Glasseidengewebe wiederum nimmt beim Backen und Garen Fettdämpfe auf, die beim Abkühlen kondensieren, im Laufe der Zeit ranzig werden und verharzen und das Gewebe allmählich verhärten, sodass die Dichtung brüchig werden kann. Auch lassen sich Glasseidendichtungen nicht reinigen und sehen nach einiger Zeit unschön aus.

Eine technisch hochwertige Alternative zu den Glasseidendichtungen stellen Türprofildichtungen aus den neuen hitzestabilen Festsiliconen ELASTOSIL® R 756 dar. Sie halten den hohen Temperaturen, denen sie während der Pyrolyse ausgesetzt sind, stand und bleiben auch nach vielen Selbstreinigungszyklen noch elastisch genug, um zuverlässig als Dichtung wirken zu können.