Screens mit Schutzschild

Optimierte Produktion

Marktanteil unterschiedlicher PSA-Typen (in den Märkten Greater China und Korea) - Schätzung WACKER

„Generell sind Silicone etwas teurer. Deswegen kommen sie bislang lediglich auf einen Marktanteil von acht Prozent. Unsere Kunden setzen Silicone also nur ein, wenn sie einen Leistungsvorteil bringen“, erläutert der WACKER-Experte Kim eine der Herausforderungen bei der Entwicklung. „Praktischerweise verhält sich unser Silicon-PSA optimal im Produktionsprozess. Denn um die schnellen Verarbeitungsabläufe zu gewährleisten, müssen die Viskosität und das Aushärteverhalten exakt stimmen“, ergänzt sein WACKER-Kollege Timo Hagemeister.

Aber auch Lagerstabilität, Abriebbeständigkeit und Oberflächenhaftung sind wichtige Kriterien, nach denen die Schutzfilm-Hersteller ihre Klebstoff-Zulieferer auswählen. Zudem spielt die Handhabbarkeit eine große Rolle: „Die Haftschicht muss gewährleisten, dass sich der Schutzfilm ohne störende Luftbläschen auf die Display-Oberfläche legt“, sagt Ki-Eon Kim. All das leisten die Silicone – und punkten mit einem weiteren Vorteil: Sie vergilben nicht und behalten ihre Eigenschaften sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Temperaturen.

Im Technical Center von WACKER in Korea können die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Trennbeschichtung getestet werden.

Silicon-PSAs sind Mehrkomponentensysteme und beinhalten unter anderem stark und weniger stark haftende Siliconanteile, verschiedene Additive und einen Platinkatalysator. Letzterer setzt die Vernetzung der Silicone zu einer dreidimensionalen Polymerstruktur in Gang. Das passiert erst beim Hersteller der Schutzfolien, nachdem das Silicon-PSA auf das Trägermaterial aufgetragen wurde. „Der Platinkatalysator wird also als Teil unseres Produkts mitverkauft – und trägt erheblich zum Gesamtpreis bei. Mit je weniger Edelmetall die Vernetzungsreaktion auskommt, desto besser“, erklärt Hagemeister. „Wir konnten den Platinanteil in DEHESIVE® PSA 765 so weit reduzieren, dass wir ein konkurrenzfähiges Produkt erhalten haben, das auf verschiedenen PET-Folien sehr gut funktioniert und das sich die Hersteller von Schutzfilmen nach ihren Anforderungen maßschneidern können“, sagt der WACKER-Experte.

Molekulare Verzweigungen

Hierbei kommen die besonderen Talente von Siliconen zum Tragen, denn durch geschicktes Funktionalisieren, also das Einführen spezieller chemischer Gruppen, und Kombinieren verschiedener Silicontypen lassen sich komplementäre Eigenschaften erzeugen: wenig oder stark haftend, flexibel oder starr. Der Grund dafür liegt in der chemischen Struktur: Während Siliconöle aus linearen Molekülketten bestehen, bilden Siliconharze viele molekulare Verzweigungen und bringen damit einen höheren Vernetzungsgrad in die Haftschicht. Und das wirkt sich auf die Trennkraft aus: Dort, wo der Vernetzungsgrad höher ist, bleibt die Folie stärker haften. Durch die Zugabe von Siliconharzen lässt sich die Trennkraft also exakt einstellen. Und das eröffnet für DEHESIVE® PSA 765 ein breites Anwendungsspektrum für Beschichtungen auf Schutzfolien: „Während der gesamten Produktion von Displays kommen diverse Schutzfilme zum Einsatz – beispielsweise, um die Bauteile während des Herstellungsprozesses vor Schäden zu bewahren. „Unser Ziel ist es, eine Produktfamilie zu entwickeln, die die Elektronikbranche über die komplette Wertschöpfungskette mit Lösungen für selbstklebende Folien versorgt“, erklärt der WACKER-Experte Kim seine Entwicklungsziele für die Zukunft.