Screens mit Schutzschild

Trennkraft entscheidend

Quelle: Gartner, Mai 2017

Ganz gleich, ob Hersteller oder Verbraucher Schutzfilme aufbringen und ob die Folien temporär zum Transport oder dauerhaft angebracht werden: In jedem Fall sollen sie auf der Oberfläche gut haften. Dazu werden die Schutzfilme mit sogenannten Pressure Sensitive Adhesives, kurz PSA, ausgestattet. Diese druckempfindlichen Klebschichten müssen nur ganz leicht angedrückt werden. Weil sich die Folien bei Bedarf aber auch wieder rückstandsfrei abziehen lassen sollen, muss die sogenannte Trennkraft der PSA-Schicht exakt einstellbar sein. Dieser Parameter gibt an, wie viel Kraft aufgewendet werden muss, um eine Folie von ihrem Träger zu ziehen.

Individuell einstellbar

Ob das leicht oder schwer gehen soll, entscheiden die Hersteller nach ihren speziellen Anforderungen und Bedürfnissen. Da ist ein System vorteilhaft, das sich individuell und je nach Anwendung maßschneidern lässt. Mit unserem neuen Silicon DEHESIVE® PSA 765 haben wir genau das realisiert“, erklärt Ki-Eon Kim vom anwendungstechnischen Zentrum des Konzerns im südkoreanischen Seongnam-si, in der Nähe von Seoul. Der WACKER-Experte arbeitet – ebenso wie sein Kollege Timo Hagemeister – dort, wo das Herz der Elektronikindustrie schlägt: In Ostasien finden sich nicht nur die Produktionsstätten vieler Smartphone-Hersteller, sondern es haben sich auch die entsprechenden Zulieferer-Firmen dort angesiedelt – unter anderem die Schutzfolien-Produzenten.

Sandwich-Struktur

Die genauen Eigenschaften der selbstklebenden Folien ergeben sich aus ihrem Aufbau und ihrer chemischen Zusammensetzung. Die Schutzfilme besitzen eine mehrlagige Sandwich-Struktur. Eine Schlüsselfunktion nimmt die PSA-Schicht ein: „Sie kann aus Polyacryl, Polyurethan oder Gummi bestehen – oder eben aus Siliconen“, erklärt Hagemeister. Die PSA-Schicht ist meist zwischen 15 und 25 Mikrometer dick und muss mehrere Funktionen erfüllen: Zum einen sollte sie optimal auf der Glasoberfläche des Displays haften. Zum anderen muss die Schicht gut auf dem Trägermaterial, meist einer PET-Folie (Polyethylenterephthalat), kleben bleiben. Der Haftfilm ist also das verbindende Element zwischen PET-Schicht der Folie und der Glasoberfläche des Smartphones.

„Die Materialien haben allerdings sehr unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften“, sagt der WACKER-Chemiker Hagemeister. „Und deswegen ist es eine Herausforderung, die Silicon-PSAs so zu formulieren, dass sie auf beiden Materialien haften bleiben – und das mit unterschiedlicher Intensität.“ Denn von der Glasoberfläche soll sich der Klebfilm auch wieder abziehen lassen, im Gegensatz zur PET-Schicht: Hier benötigen die Schutzfolien-Hersteller eine höhere Haftkraft.

Genau diesen Spagat beherrscht das neue Produkt DEHESIVE® PSA 765, dessen Eigenschaften einen südkoreanischen Hersteller von Schutzfolien überzeugt haben – und der nun die Silicon-PSAs von WACKER einsetzt.