Schutz vorm Überschäumen

Weniger Arbeitsaufwand

Im WACKER-Labor in Burghausen werden die Siliconentschäumer auf Herz und Nieren getestet: Hier wird der Schaumzerfall photoelektronisch registriert und analysiert.

Das Ergebnis ist verblüffend: Statt drei- bis viermal muss die Wäsche jetzt nur noch ein bis zweimal gespült werden. Dadurch sinkt der Wasserbedarf um 50 Prozent. Pro Waschladung ist eine Wasserersparnis von bis zu 20 Litern möglich. „So können wir einen Kompromiss zwischen Sauberkeitsgefühl und umweltschonendem Verhalten schaffen“, erklärt Amit Paul, der das Produkt für die indische Wacker Metroark Chemicals, ein Joint Venture des Konzerns mit Sitz in Kalkutta, entwickelt hat.

Silicone gegen Schaum

SILICON ALS WELTWEIT BELIEBTER ENTSCHÄUMER

Siliconentschäumer werden in den unterschiedlichsten Industriebereichen eingesetzt: in der Haushalts- und Körperpflegemittelindustrie, bei der Zellstoff- und Textilherstellung, in der Agrochemie, im Life-Science-Bereich, in Farben, Lacken und Druckfarben sowie in Bau- und Klebstoffen und in der industriellen und kommunalen Abwasseraufbereitung. Auch die Pharmaindustrie setzt Entschäumer ein, etwa bei der Herstellung von Medikamenten oder als Wirkstoff (z. B. in Anti-Flatulenzen). Etwa 40 Prozent aller Siliconentschäumer werden auf dem amerikanischen Kontinent verkauft, gefolgt von Europa einschließlich des Mittleren und Nahen Ostens sowie der Region Asien-Pazifik. WACKER besitzt ein umfassendes Entschäumerportfolio, um den unterschiedlichsten Industrieanforderungen gerecht zu werden. Entschäumer der Marke PULPSIL® werden beispielsweise speziell für die Zellstoffindustrie hergestellt. Für die Pharmaindustrie und für medizinische Anwendungen sind SILFAR® Entschäumer als besonders reine und physiologisch unbedenkliche Anti-Schaummittel geeignet.

Silicone sind aufgrund ihrer guten Benetzungseigenschaften äußerst wirksame Entschäumer. Durch ihre extrem niedrige Oberflächenspannung – sie ist noch geringer als die der Tensidmoleküle – breiten sie sich an der Grenzfläche der Flüssigkeit zur Luft aus und verdrängen so die schaumstabilisierenden Tensidmoleküle. Dies bewirkt eine lokale Schwächung der Schaumlamelle – der Chemiker spricht hier von einer stabilisierenden, tensidhaltigen Flüssigkeitsschicht –, was schließlich zum Bruch der Lamelle und damit zum Schaumzerfall führt. SILFOAM® SD 9019 ist chemisch stabil und mit vielen nicht siliconhaltigen Entschäumern kombinierbar. Dank ihrer hohen Temperaturstabilität eignen sie sich auch für kritische Temperaturverläufe.

263 Millionen Menschen benötigen über 30 Minuten hin und zurück, um Wasser von einer sicheren Trinkwasserquelle zu holen. Quelle: WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme for Water Supply, Sanitation and Hygiene (JMP) 2017

„In Ländern, in denen überwiegend mit Hand gewaschen wird und Wasser eine knappe Ressource ist, ist die Delayed-Defoamer-Technologie ein echter Fortschritt“, ist Dr. Klaus Pohmer überzeugt. Sie erleichtert die Handwäsche und leistet zugleich einen aktiven Beitrag zur Schonung der immer wichtiger werdenden Ressource Wasser. Delayed-Defoamer-Handwaschmittel sind bereits seit 2016 in Afrika auf dem Markt und werden derzeit sukzessive in ausgewählten Ländern Asiens eingeführt.